Besuch aus China

Am 5. Juli 2017 besuchte der Doktorand Zhang Weizhuo vom Soziologischen Institut der Pekinger Universität die Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft. Der Tönnies-Forscher aus China hat die Tönnies´ Schrift „Gemeinschaft und Gesellschaft“ neu übersetzt. In einer Serie mit akademischen Meisterwerken wird die Schrift 2018 von der „Commercial Press“ in Peking veröffentlicht werden. Das Thema der Dissertation von Zhang beinhaltet die soziologische Theorie und Praxis von Tönnies und hier insbesondere die Ideen über die bürgerliche Gesellschaft, den sittlichen Staat und ihre Beziehung auf dem Hintergrund von Politik und Gesellschaft in Deutschland von 1870 bis 1933. Der im Rahmen des Erasmus-Stipendienprogramms zur Zeit in Hamburg studierende Tönnies-Forscher wurde spontan Mitglied der FTG.


 

Nach der Entdeckung des verschollenen Manuskriptes und zwei Jahren intensiver Arbeit konnten nunmehr Bärbel und Uwe Carstens im Juli 2016 den fertigen Band 22,2 (1932-1936) der Tönnies Gesamtausgabe vorlegen. Damit ist Tönnies letzte Monographie "Geist der Neuzeit" vollständig veröffentlicht.


 

Nach 24jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer der FTG ist Dr. Uwe Carstens, M.A. mit Ablauf des Monats April 2016 in den Ruhestand verabschiedet worden. Dr. Carstens tritt ebenfalls als Wissenschaftlicher Referent der FTG zurück. Weiterhin bleibt Dr. Carstens Gesamtmitherausgeber der Tönnies Edition und Bandeditor. So wird in Kürze der Band 22,2 TG „Geist der Neuzeit Teile 2, 3 und 4“ erscheinen.

Nachfolger sowohl als Geschäftsführer als auch Wissenschaftlicher Referent der FTG wird der Doktorand Sebastian Klauke.



Schlüsselübergabe unter den wachsamen Augen von Ferdinand Tönnies.



Zur Person:

Sebastian Klauke wurde 1984 in Berlin geboren. Er studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Anglistik für ein Semester an der „Justus-Liebig-Universität“ Gießen und dann an der „Christian-Albrechts-Universität“ zu Kiel. Sein Magisterexamen machte er 2011. Im Anschluss war er als Lehrbeauftragter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Bereichen Politikwissenschaft und Soziologie an der CAU tätig. 2015 hat er den Band „Was ist der „Stand des Marxismus“? Soziale und epistemologische Bedingungen der kritischen Theorie heute“ mitherausgegeben. Seit dem 1. Mai 2016 ist er als Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Referent der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft tätig.

Veröffentlichungen:

Demirovic, Alex/Klauke, Sebastian/Schneider, Etienne (Hrsg.): Was ist der "Stand des Marxismus"? Soziale und epistemologische Bedingungen der kritischen Theorie heute, Münster: Westfälisches Dampfboot 2015.

Wierzock, Alexander/Klauke, Sebastian: Das Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr als Wegbereiter einer Politikwissenschaft aus Kiel?, in: Wilhelm Knelangen/Tine Stein (Hg.): Kontinuität und Kontroverse. Die Geschichte der Politikwissenschaft in Kiel, Essen 2013, 293-323.


 

Am 13. und 14. November 2015 findet das 9. Internationale Tönnies Symposium in Husum statt.


Link zum Programm


 

 

 

Universität Freie und Hansestadt Hamburg
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Institut für Soziologie

Sommersemester 2014

Markentechnik –  fondée en Raison
300 Jahre Monadologie des Gottfried Wilhelm Leibniz

Prof. Dr. Alexander Deichsel

Institut für Markentechnik Genf
Professor Deichsel


 

 

 

 

 

 

Link zum Programm

Am 25. Und 26. Mai 2013 wird in Husum das 8. Internationale Tönnies-Symposion zum Thema „Wege zur Entscheidungsgesellschaft – Kompetenzen, Probleme, Perspektiven“ im NordseeCongressCentrum (NCC) stattfinden. Hier ein kleiner Ausblick auf das Symposion.

Wie bereits 2011 sind die „Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft“ (Kiel), das „Nordfriisk Instituut“ (Bredstedt) und das „Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung“ der Alpen-Adria-Universität (Klagenfurt) Veranstalter des Symposions. Der Begriff „Entscheidungsgesellschaft“ wurde bereits im Jahre 2000 von Walter Reese-Schäfer benutzt, der allerdings die Implikationen des Begriffs nicht weiter verfolgte. Erst der an der Bremer Universität lehrende Professor für Soziologische Theorien Uwe Schimank (geb. 1955) griff 2005 diesen Gedanken wieder auf und stellte in seinem Buch „Die Entscheidungsgesellschaft, Komplexität und Rationalität der Moderne“ die Frage, wie Akteure (Individuen ebenso wie Organisationen) in der modernen Gesellschaft Gestaltungsentscheidungen treffen und wie sie eine zumindest begrenzte Rationalität ihrer Entscheidungen erreichen. Dazu kommt, dass in einer digital beschleunigten, komplexen Welt die handelnden Akteure massiv unter Entscheidungsstress stehen, zumal sie unter dem permanenten Druck zunehmender Unsicherheit, potenziell steigendem Nichtwissen, dynamischen Zeitbeschleunigungen und exponentiellen Risikoerwartungen stehen. Im Rahmen des Symposions stehen zwei Themenschwerpunkte im Fokus, die im Sinne der „Entscheidungsgesellschaft“ von ihrer Komplexität und Beschleunigung her die Akteure zu Entscheidungen zwingt.

Veranstalter

 

Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft

 

Alpen-Adria
Universität



Nordfriisk Instituut

1. Tag

Ausgehend von dem Tönnies Werk „Kritik der öffentlichen Meinung“ von 1922 sollen die aktuellen „Sozialen Netzwerke“ (Facebook / schülerVZ / studiVZ / meinVZ / XING / Jappy / Twitter etc.) beleuchtet werden. In seinem umfangreichsten Werk, der "Kritik der öffentlichen Meinung" unterscheidet Ferdinand Tönnies die "öffentliche Meinung" als Konglomerat mannigfacher und widersprechender Ansichten, Wünsche und Absichten von der "Öffentlichen Meinung" als einheitlicher Potenz. Sein Begriff der öffentlichen Meinung enthält darüber hinaus ein weiteres entscheidendes Moment: die Differenzierung der öffentlichen Meinung in verschiedene Aggregatstufen. Dabei verweist der Grad der Festigkeit der sozialen Meinung auf den Grad der Einheitlichkeit und unerschütterlichen Überzeugung des Publikums, während die gasförmigen und flüssigen Formen zwischen den flüchtigen öffentlichen Meinungen des Tages und den als gesichert geltenden Überzeugungen flottieren. Dabei kommt Tönnies zu dem Ergebnis, dass sich diese luftartige "öffentliche" Meinung des Tages für die einzige und wahre "Öffentliche" Meinung hält und auch allgemein dafür gehalten wird. Dem gegenüber steht eine rationale, wissenschaftlich geprägte feste Öffentliche Meinung als höchste Instanz des gesellschaftlichen Zusammenwirkens. Durchaus verständlich, dass die öffentliche Meinung als Religion der Neuzeit betrachtet wird, die gesellschaftliche Struktur reguliert. In dem epochalen Tönnies-Werk „Gemeinschaft und Gesellschaft“, das der Wissenschaftler 1887 mit 32 Jahren veröffentlichte, ist eine für das Thema bedeutsame Entwicklung vorgezeichnet. Das Individuum, das in einer Gemeinschaft (Familie) aufwächst, verharrt nicht in ihr, sondern emanzipiert sich aus dem gemeinschaftlichen Verband, indem es sich mit anderen emanzipierten Individuen verbindet und zu einer neuen rationalen Form, der Gesellschaft, fortentwickelt. Dieser Schritt führt heute nun aber unweigerlich zur „Virtuellen Welt“ der „Communitys“. Denn wenn Menschen sich nicht in Familie und anderen gemein-schaftlichen Zusammenhängen aufeinander beziehen, sondern als „freie“, souveräne Individuen mit selbst gewählten Daseinsentwürfen, dann – ja dann findet die Beziehung wesentlich nur in der Vorstellung, nur „im Kopf“ der Beteiligten statt. Der „gesellschaftliche“ Verkehr der Menschen – so Tönnies 1887 – ist rein „fiktiv“ und „imaginär“. Aber führt das nicht wieder zu einer Gemeinschaft? Zu einer „Virtuellen Gemeinschaft“? Dies wäre u.a. zu diskutieren. Hierzu werden Husumer Schülerinnen und Schüler aktiv in das Symposion eingebunden, da sie als „Nutzer“ der „Social-Networks“ sehr dicht am Thema sind. Bereits die Vorbereitung des Symposions (Plakate, Flyer, Internet-Präsentation etc.) wird mit Schülerinnen und Schülern, die auch an den Vorbereitungssitzungen teilnehmen, erarbeitet. Der Schwerpunkt für die Schulen liegt dann bei der Präsentation der Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen, die dann im Rahmen des Symposions vorgetragen werden. So werden z.B. die Referenten ihre Themen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern vor dem Symposion diskutieren und diese somit in das wissenschaftliche Arbeiten einführen. Im Plenum werden dann entsprechend Diskussionen stattfinden. Somit wird das Symposion nicht nur für die Bevölkerung, sondern schwerpunktmäßig für die Husumer Schulen eine Veranstaltung sein, in die man sich einbringen kann und vielleicht zum ersten Mal die Möglichkeit hat, unmittelbar mit Wissenschaftlern zu arbeiten.

2. Tag

Der zweite Tag gehört der Umwelt. „Lokale Veränderungen haben globale Auswirkungen“. Am Beispiel des Maisanbaues in Schleswig-Holstein soll die Problematik der Monokulturen thematisiert werden. Durch den enorm gestiegenen Bedarf an der Energiepflanze Mais hat der Nutzungsdruck auf die landwirtschaftli-chen Flächen stark zugenommen. In den letzten 10 Jahren wurde die Maisanbaufläche in Schleswig-Holstein mehr als verdoppelt. Unbestritten ist, dass der Ersatz fossiler Energien durch Biomasse zu einer Reduktion der Treib-hausgasemissionen beitragen kann. Trotzdem gibt es nicht unerhebliche negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft. In der Diskussion werden sicher auch die ethischen Implikationen bei der Verwendung von Nahrungsmittel für Biogasanlagen eine Rolle spielen. Bei den erneuerbaren Energien liegt die Windenergie auf Platz eins und noch vor der Stromerzeugung durch Wasserkraft. Sie hat bereits einen Anteil von 7,58 Prozent am Bruttostromverbrauch. Nach Angaben des Bundesverbandes für Windenergie sind in Deutschland 21.164 Anlagen in Betrieb, die eine Leistung von 25.777 Megawatt erzeugen. Gerade in Husum macht eine Diskussion über die Windenergie Sinn: Alle zwei Jahre findet in der nordfriesischen Kreisstadt Husum die „HUSUM WindEnergy“, die internationale Leitmesse der Windenergie-Branche, statt. Aber auch dieser Energieträger ist nicht unproblematisch: Über 400 Bürgerinitiativen wehren sich in Deutschland gegen die Windkraftwerke. Ihrer Meinung nach kann Windenergie weder Kern- noch Kohlekraftwerke ersetzen. Sie befürchten eine Zerstörung des Orts- und Landschaftsbildes, die so genannte “Verspargelung” ganzer Regionen. In seinem im März 2005 veröffentlichten Positionspapier „Auswirkungen der Windenergie auf Kulturlandschaft und Tourismus" fordert der Deutsche Tourismusverband, Windenergieanlagen nicht ohne ausreichende Berücksichtigung der für den Tourismus wichtigen Belange des Landschaftsschutzes zu genehmigen. Die Konzentration von Windenergieanlagen beeinträchtige die touristischen Potenziale und den hohen Erholungswert von Kulturlandschaften. Es gibt bei der Windenergie weitere Einschränkungen: Wind steht nicht immer zur Verfügung. Bei Flaute kann auch die beste WKA keinen Strom erzeugen! Deshalb kann man Windenergie sinnvoll nur im Verbund mit anderen Stromerzeugungsanlagen betrieben werden. Liegen dort die Chancen der Biogasanlagen? Auch an diesem Umwelt-Thema werden Schülerinnen und Schüler aus Husum mitarbeiten. Die Husumer Berufsschule wird im April 2013 eine Projektwoche durchführen, in der die Themen des „Tönnies-Symposions“ behandelt werden sollen. Die Ergebnisse der Projektwoche werden dann am 2. Tag des Symposions von Schülerinnen und Schülern vorgetragen. Die Veranstalter des Symposions nehmen übrigens auch an der Bewertung der Projektwoche teil.

Tönnies Symposion 2011 Ferdinand Tönnies


 

Siebentes Internationales
Tönnies-Symposion

 

vom 7. - 8. Mai

 

 

Life Sciences
Die Neukonstruktion des Menschen?

 

Im NordseeCongressCentrum (NCC) Husum

 

Veranstalter

 

Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft

 

Alpen-Adria
Universität



Nordfriisk Instituut

 

Unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt Husum Rainer Maaß   

 

Am 7. Und 8. Mai 2011 wird in Husum das 7. Internationale Tönnies-Symposion zum Thema „Life Sciences. Die Neukonstruktion des Menschen?“ unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt Husum stattfinden. Veranstalter sind die Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft in Kiel, das Nordfriisk Instituut in Bredstedt und das Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Veranstaltungsort ist das soeben fertiggestellte NordseeCongressCentrum (NCC). Im Rahmen des Symposions sollen zwei Themenschwerpunkte bearbeitet werden: die humanmedizinischen Gen- und Reproduktionstechnologien sowie neuere Forschungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Symposion besteht aus Beiträgen von Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Fachdisziplinen, die anschließend in einem Tagungsband publiziert werden. Das Novum der Husumer Veranstaltung besteht darin, dass die Beiträge der Wissenschaftler sich zugleich an eine breitere, interessierte Öffentlichkeit richten („Science goes public“). Husum wurde als Austragungsort gewählt, weil in dieser Stadt zwei wissenschaftliche Entwicklungen ihren Ursprung haben: Ferdinand Tönnies, der Begründer der Soziologie in Deutschland, und Oskar Vogt, einer der bedeutendsten Hirnforscher des 20. Jahrhunderts, absolvierten hier das Gymnasium, an dem unter anderem Rudolf Eucken, nach Theodor Mommsen der zweite deutschsprachige Nobelpreisträger für Literatur, unterrichtete. Bei dem Symposion handelt es sich um eine öffentlich zugängliche Veranstaltung. Nähere Informationen können Sie unter www.messehusum.de abrufen.


Programmablauf Referenten Literatur

 

 

 

Tönnies-Biographie in China erschienen

Auch in China kann man sich jetzt über Ferdinand Tönnies, den Begründer der Soziologie in Deutschland, informieren. Nach einem Jahr Arbeit hat Professor Rongyuan Lin in Peking die von Dr. Uwe Carstens 2005 verfasste Tönnies-Biographie übersetzt und der Öffentlichkeit vorgelegt. Die im "Peking University Press Verlag" erschienene Biographie bringt den Chinesen aber nicht nur die Soziologie des gebürtigen Oldensworter Philosophen und Soziologen näher, sie berichtet auch über Land und Leute Schleswig-Holsteins.

 

 

 

PROF. DR. ALEXANDER DEICHSEL WURDE ZUM NEUEN PRÄSIDENTEN DER
FERDINAND-TÖNNIES-GESELLSCHAFT GEWÄHLT

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde Prof. Dr. Alexander Deichsel  für den im Mai 2010 verstorbenen Prof. Dr. Lars Clausen zum Präsidenten der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft gewählt. Prof. Dr. Deichsel, der ebenfalls zum federführenden Herausgeber der Tönnies-Gesamtausgabe gewählt wurde, wirkt seit 1977 als Professor für Soziologie in Hamburg und ist Begründer der Markensoziologie als Grundlage der Markentechnik. Seit 1993 ist Deichsel Direktionsmitglied des Instituts für Markentechnik in Genf.
Für weitere drei Jahre wurden der Geschäftsführer Dr. Uwe Carstens, der Vizepräsident Prof. Dr. Hans-Werner Prahl und das Präsidiumsmitglied Rolf Fischer, M. A., MdL in ihren Ämtern bestätigt. Jürgen Weber, MdL wurde neu in das Präsidium gewählt.
Alexander Deichsel

 

 

 

 

 

 

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

verleiht

 "Ferdinand-Tönnies-Medaille" 2010

an

Prof. Dr. Richard Schröder

 

Am 2.7.2010 hat Prof. Dr. Gerhard Fouquet, Präsident der CAU, die Medaille in einem Festakt im Auditorium Maximum an Prof. Dr. Richard Schröder verliehen.

Die Laudatio hielt Norbert Gansel, Oberbürgermeister i.R. der Stadt Kiel.

Für weitere Informationen klicken Sie hier

 

 

 

Trauer um Lars Clausen

 

 

 

 

 

Bundesverdienstkreuz für Dr. Uwe Carstens

Für mehr als eineinhalb Jahrzehnte herausragende Verdienste im wissenschaftlichen Bereich wurde Dr. Uwe Carstens im Februar 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hob in seiner Laudatio u.a. besonders die ehrenamtliche Tätigkeit von Carstens im Bereich der Tönnies Forschung hervor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

stiftet

 "Ferdinand-Tönnies-Medaille"

Für weitere Informationen klicken Sie hier

Der erste Träger der Tönnies Medaille heißt Jan Philipp Reemtsma

Presseinformation (CAU)

13.03.2008
22/2008

Jan Philipp Reemtsma Träger der Tönnies-Medaille
Kieler Universität vergibt Ehrung

Jan Philipp Reemtsma heißt der Empfänger der Ferdinand-Tönnies-Medaille, die die Kieler Universität im Jahr 2008 zum ersten Mal verleiht. "Unser Anliegen ist es, Zivilcourage und unbestechliches, mutiges Eintreten für die humanen Grundwerte unserer Gesellschaft auszuzeichnen", so Professor Thomas Bauer, Rektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Initiator der Auszeichnung. "Professor Reemtsma verkörpert diese Grundwerte in einmaliger Weise. Seine gesamte Arbeit als Wissenschaftler, Publizist und Förderer ist Ausdruck eines mutigen und unabhängigen Geistes, dem es um den Erhalt von Recht, Gerechtigkeit und Menschenwürde geht. Er ist ein überaus würdiger Preisträger in der Nachfolge Ferdinand Tönnies'. Wir sind stolz, dass er die Auszeichnung unserer Universität annimmt."

In seiner Sitzung vom 12. März 2008 entschied der Senat der Universität über den Preisträger. Reemtsma war von der eigens gegründeten Tönnies-Kommission nominiert worden. Die Medaille wird im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 14. Mai in Kiel verliehen. Sie ist nicht mit einer finanziellen Anerkennung verbunden.

Jan Philipp Reemtsma ist von Hause aus Germanist und Philosoph. Er gründete 1981 die Arno Schmidt Stiftung, der er seit 1983 vorsteht. 1984 rief er das Hamburger Institut für Sozialforschung ins Leben, das er seither als Vorstand leitet. Wissenschaftler verschiedener akademischer Disziplinen arbeiten hier gemeinsam zu den Themenfeldern "Die Gesellschaft der Bundesrepublik", "Nation und Gesellschaft" sowie "Theorie und Geschichte der Gewalt". Großes Aufsehen erlangten die beiden Ausstellungen des Instituts zu den Verbrechen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Auch publizistisch ist das Institut äußerst aktiv, indem es die Zeitschrift "Mittelweg 36" herausgibt und den Verlag "Hamburger Edition" betreibt.

 

 

VI. Symposion international à Paris 2007

 

    

Le Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft remercie tous les participants du VI. Tönnies-Symposion international qui a eu lieu les 28 et 29 septembre 2007 à Paris. Nos remerciements s'adresse à la Directrice de la Maison Heinrich Heine Docteur Christiane Deussen et au chercheur au CEVIPOF Dr. Alexandre Escudier.

Nous voudrions remercier tout particulièrement l'organisatrice, Madame le Professeur en Classes Préparatoires Docteur Ingeborg Lachaussée. Grâce à elle, le symposion a été un événement exceptionnel pour nous tous.

 

MERCI

 

 

Ausschnitt aus dem Grußwort von Frau Dr. Deussen (RealPlayer v8 oder höher erforderlich)

Ausschnitt aus dem Grußwort von Herrn Prof. Dr. Clausen (RealPlayer v8 oder höher erforderlich)

 

 

Zusammen mit den französischen Forschungsinstituten

CIERA (Centre interdisciplinaire d’études et de recherches sur l’Allemagne),

CRIA (Centre de recherches interdisciplinaires sur l’Allemagne),

EHESS (École des hautes études en sciences sociales)

CEVIPOF  (Centre de recherches politiques de Sciences Po),

und der Maison Heinrich Heine (Paris)

und unterstützt vom DAAD

lädt die Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft (Kiel)

Kolleginnen und Kollegen von überall zu ihrem

 

 

VI. Internationalen Tönnies-Symposion

 

vom 28. bis zum 29. September 2007

nach Paris ein.

 

Sein Thema ist

 

Verfassung, Verfasstheit, Konstitution

 

 

Das Scheitern des europäischen Verfassungsvertrags fordert nicht nur die Bürger, sondern insbesondere die Wissenschaftler heraus, die Gründe zu untersuchen. Ferdinand Tönnies war ein engagierter Vorkämpfer freiheitlicher Ideen und scharfsinniger Analytiker deren sozio-ökonomischer Grundlagen. Seine Vorstellung von einem den Nationalstaat überwindenden politischen Gefüge bis hin zur Weltrepublik findet leicht ihren Platz in der aktuellen Europa- und Globalisierungsdebatte. Sein Begriff „Gemeinschaft“ allerdings führt uns zu den vorgeformten örtlichen Handlungsweisen/Kulturen, in die hinein der Mensch geboren wird. Der „Multikulturalismus“-Diskurs in Deutschland und die Debatte zum „Communautarisme“ in Frankreich gehören in dieses Feld.

Wie ist es in pluralistischen, ausdifferenzierten Gesellschaften möglich, einen Wertekonsens zustande zu bringen, zumal da die erosionsfördernden Kräfte des Marktes/die individualisierenden Funktionen des Wohlstandes dies immer mehr erschweren. Soll es die Rolle des Staates sein, nur die Wahrung der Rechte der Bürger zu gewährleisten? Droht nicht auch die Verrechtlichung als Folge der atomisierenden Kräfte der Gesellschaft der Individuen? Wie kann die politische Gemeinschaft sich heute durch die Verfassung Richtlinien zum guten Zusammenleben geben?

*  

Ort der Tagung : Maison Heinrich Heine
Fondation de l'Allemagne

Cité Internationale Universitaire de Paris
27 C, Boulevard Jourdan
F - 75014 Paris

 

Organisatorische Auskünfte : Ingeburg Lachaussée ( 00 33 1 47 53 71 43)

 

 

 

 

 

Zum 150. Geburtstag des Begründers der Soziologie in Deutschland

Ferdinand Tönnies fand am 14. und 15. Oktober 2005 das

  

„V. Internationale Tönnies-Symposion“

 

in Kiel statt. Der Sonderband des „Tönnies-Forums“ enthält die

17 Referate des Symposions.

 

 

Der Sonderband ist 2006  im Verlag „Books on Demand GmbH, Norderstedt“ erschienen. Er hat 336 Seiten und kostet 40.- Euro. Erhältlich ist der Band im Buchhandel oder direkt bei der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft e.V.

 ISBN: 3-8334-6477-1

 (ftg-kiel[@]t-online.de)  

 

 

 

 

  reich und glücklich

gleichzeitig zu sein, verehrte Mitglieder der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft und liebe Freundinnen und Freunde, das will so gar nicht gelingen, und daher unterbreite ich uns allen die folgenden Ideen zur Tönnies-Gesamtausgabe.

Sie macht uns primär glücklich:

- Sie verschafft der - von Ihnen gebildeten - Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft, die (als Betreiberin eines mit den dort Wohnenden gemeinsam geführten Studentenheims und als Veranstalterin politisch bildender und wissenschaftlicher Vorträge) ohnehin einen erfreuenden Ruf genießt, darüber hinaus auch internationale Achtung als Wissenschaftliche Gesellschaft, wie sie in der Soziologie gar nicht so häufig sind.

- Sie schafft ein respektables wissenschaftliches Netzwerk, d.h. sie führt regelmäßig diejenigen, die sie bearbeiten, zugleich forscherisch-spannend und freundschaftlich-sachlich zusammen; das sind interregional und -national höchst erfreuliche Ausnahmen, und nebenher und über Tönnies hinaus werden alle Beteiligten - nicht zuletzt die aus Kiel - bessere Soziologen.

- Sie schafft sich selbst, sie verschafft zumal aber auch dem Lande Schleswig-Holstein und der deutschen Soziologie nachhaltige Ehre. Vier von den nötigen und geplanten 24 Bänden sind schon heraus und überspannen die Jahre 1911-15 (TG 9), 1922 (TG 14), 1923-25 (TG 15) und 1932-36 TG 22), drei weitere (darunter der mit den ungedruckten Manuskripten, TG 23) sind weit gediehen, und der Walter de Gruyter Verlag hat ihre Ausstattung hoch anständig und dem Auge wohlgefällig besorgt.

- Diese Bandreihe rechtfertigt und bestärkt jetzt schon den neu aufblühenden Ruhm Ferdinand Tönnies´ als Klassiker, das gefällt uns am meisten.

Sie macht uns sekundär nicht reich, sondern arm:

 Hier wurde ehrenamtliche Arbeit riskant investiert, da fürchtet der Betriebswirt höchste Wagniskosten: nämlich drohende Abschreibungen von aufgewandten Investitionen in Millionenhöhe.

 - Denn (1) stecken in dieser Gesamtausgabe unbezahlte wissenschaftliche Personalkosten im Wert von rd. 850.000 Euro, nur seit 1987, (seit dem unsere Gesellschaft betrauenden Beschluss zur TG auf dem Dritten Tönnies-Symposion in Kiel), mit seither 3 Editorenkonferenzen und dem Erscheinen der ersten vier Bände.

- (2) Zusätzlich gelang es der FTG, was anderen schwer gefallen wäre, die herausgeberischen Rechte von den Tönnieserben in aller Welt gratis zu erwirken.

- (3) Auch wir fünf TG-Herausgeber (mit mir Alexander Deichsel, Cornelius Bickel, Rolf Fechner, Carsten Schlüter-Knauer) erbrachten und erbringen unsre jetzigen wie kommenden Arbeiten unterdotiert, trotz Vorkasse: Zusammen bekamen wir für alle 24 Bände bereits 1998 das volle Honorar von DM 1,00, für jeden von uns also 20 Dpf.

- Es wurde noch mehr riskant, und diesmal bar investiert: (4) Seit dem Kabinett Schwarz fördert uns unser Land mit dem absoluten Löwenanteil dessen, was wir für die TG ausgeben, d.h. für die Bemannung ihrer wissenschaftlichen Redaktion in der Freiligrathstraße 11, mit spezifischer Projektbestimmung seit dem zweiten Kabinett Simonis, überschlagsweise sind das weitere rd. 1.100.000 Euro. Es ist eine großartige Investition, und sie verpflichtet!

- Dazu warben wir selbstverständlich und mühselig genug (5) Spenden ein, namentlich von der "Stiftung 200 Jahre Sparkasse zu Kiel" und dem "Institut für Markentechnik" in Genf, doch auch von Privaten, in nunmehr fünfstelliger Höhe. Wir leben aber unter dem Schwert des Damokles: Von Jahr zu Jahr schmolz bereits der Zuschuss des Landes (2005 soll er sogar noch einmal halbiert werden - und jeder errät, was das für 2006 bedeuten wird). Schleswig-Holstein hat ja nun gewiss noch mehr Aufgaben, aber die TG ist national, europäisch, weltweit ein Unikum - und man sollte sich gerade in der Not lobenswerte Unika leisten - weil es bekanntlich verächtlich macht, in Not zu sein. (Das lernt man in der Soziologie.) Wie aber, wenn das Haar reißt und das Schwert fällt? Wir könnten überhaupt nicht mehr weiter machen, auch der Verlag würde das Handtuch werfen. Von unserer Arbeit und von den erbrachten Investitionen bliebe eine lange noch und weithin sichtbare Ruine. 

Da helfen doch noch andere, wennschon nicht der Staat? Ja, aber es sieht da dunkelgrau aus: 

- (6) Die Christian-Albrechts-Universität zeigt sich der "Soziologie" feindselig, will das "Institut für Soziologie" auflösen, kürzt oder tilgt seit 2000 jährlich eine Stelle, und ist somit auf dem besten Weg, die lokale Basis ehrenamtlicher fachlicher Zuarbeit zu zerstören.

- (7) Die Landesbibliothek tut ohnehin das Ihre: pflegt besonders und sorgsam den voll erhaltenen Tönnies-Nachlass.

- (8) Auf die Bundesrepublik geblickt, bekommen die wissenschaftlichen Akademien ja nicht einmal Leibniz- oder Kleist-Gesamtausgaben glatt über die Bühne. Soziologisch gingen und gehen so gut wie alle einwerbbaren deutschen Reserven in die zehnmal so personalreich ausgelegte und kaum herunter fahrbare Max-Weber-Gesamtausgabe, extrem verdienstvoll und wichtig natürlich auch sie, aber sie bekam, bitter zu sagen, soviel Geld auch nur, weil sie sich klug als Anti-MEGA verkaufte, und jetzt ist das aus. Und es misslang uns (9) praktisch, in Firmen Sponsorinnen und Sponsoren (in Flensburg, in Husum, in Eutin, in Berlin, in Frankfurt am Main, in München) zu werben. - subjektiv fällt es einem auch immer leichter, selbst mit Wichtigtuerei, für andere zu betteln (das kennen Sie doch auch).

- Wer hilft, wenn nicht andere? Zehntens? Sie.

Dreierlei ist Ihnen möglich, darum bitte ich Sie inständig.

- (1) Raten Sie uns, was tun, und unterstützen Sie uns dabei.

- (2) Entschließen Sie sich und motivieren Sie andere, die "Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe" zu subskribieren. Diese insgesamt spürbaren Kosten fallen direkt, aber nur stückweise an, und der Anlauf jetzt ist finanzierbar (die 4 Bände). Das würde zumal auch im Verlagshaus de Gruyter die Stirnen entrunzeln.

- (3) Je wie Sie gestellt sind, erbittet die Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft von Ihnen eine für die Tönnies-Gesamtausgabe bestimmte Spende oder [stockt, fährt dann entschlossen fort:] ein testamentarisches Vermächtnis in namhafter Höhe. Gemeinnützig sind wir (als e.V.), vermöge Spendenbescheinigung trüge unser Staat daran mit.

 

Stets Ihr getreuer federführender Herausgeber der Tönnies-Gesamtausgabe

Prof. Dr. Lars Clausen